WeTTTer.de, heutiges Datum:   Samstag, 27. Mai 2017

Thema des Tages


Sprung ins kühle Nass

Nachdem an den vergangenen beiden Tagen Teile des Nordens und Ostens
noch etwas das Nachsehen hatten, scheint heute damit im ganzen Land
die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel. Dank der kräftigen
Einstrahlung - immerhin steht die Sonne Ende Mai rund 15 Stunden lang
am Firmament - geht es mit den Temperaturen gegenüber den Vortagen
deutlich bergauf. Meist liegen die Höchstwerte zwischen 26 und 30
Grad, am Rhein und seinen Nebenflüssen sogar bei bis zu 33 Grad.
Selbst an den Küsten wird aufgrund weitgehend ablandigen Windes aus
Südost meist die ?Sommertagsschwelle? von 25 Grad überschritten.
Daran ändert sich auch am Sonntag nicht viel, nur in Nordseenähe
sorgt eine Kaltfront für leicht gedämpfte Temperaturen zwischen 20
und 25 Grad. Am Nachmittag gibt es im Norden und Westen Deutschlands
Schauer und teils starke Gewitter. Achtung örtlich besteht
Unwettergefahr!

Nach der kalten zweiten Aprilhälfte und dem kühlen Start in den Mai
haben sich die Gewässer zwar zuletzt deutlich erwärmt, den einen oder
anderen dürften die folgenden Werte der größeren Seen aber doch
abschrecken. So werden die 17 Grad des Plöner und Ratzeburger Sees
sowie der Müritz wohl nur die Hartgesottenen ins Wasser locken. Etwas
besser, sprich wärmer, sieht es da schon für das Steinhuder Meer
beziehungsweise den Wannsee mit 19, respektive 20 Grad aus. Ein
ähnliches Bild ergibt sich im Süden des Landes: 18 Grad für den
Bodensee und den Chiemsee gibt es zu vermelden. Flachere Seen können
dagegen bereits die 20-Grad-Marke überschritten haben.

Noch etwas weniger empfindlich darf man an Nord- und Ostsee sein.
Viele werden sich wohl bei 13 bis 15 Grad Wassertemperatur allenfalls
mit den Füßen in die Fluten wagen. Der ablandige Wind treibt zwar die
Lufttemperaturen in die Höhe, sorgt aber auch dafür, dass die
erwärmte oberflächennahe Wasserschicht von der Küste weggetrieben und
durch nachströmendes kaltes Wasser aus der Tiefe ersetzt wird.

Generell ist zu bemerken, dass gerade bei windschwachen Wetterlagen -
wie aktuell - die Temperatur des Wassers erheblichen Schwankungen
unterworfen ist. Die absoluten Zahlen - die auch im Internet zu
finden sind - sollte man als Mittelwert mit einer Unschärfe von
plus/minus zwei Grad ansehen. Denn vor allem in eher flachen
Gewässern gibt es einen Tagesgang der Temperatur (Minimum in der
Früh, Maximum am Nachmittag) sowie allgemein große Unterschiede
zwischen der warmen Oberfläche und dem deutlich kälteren Wasser
darunter.

Bei Aktivitäten im Freien ist die derzeit hohe, in der Südhälfte
Deutschlands auch sehr hohe UV-Belastung zu beachten. Verbreitet
erreicht der entsprechende Index Werte von 7 (hoch) oder 8 (sehr
hoch). Besonders während der Mittagsstunden, der Zeit des höchsten
Sonnenstandes, ist es ratsam ein schattiges Plätzchen aufzusuchen.
Bei längeren Aufenthalten in der Sonne empfiehlt sich eine Creme mit
ausreichend hohem Schutzfaktor zu nutzen.

MSc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.05.2017

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